Der Immobilienboom in Portugal lässt nicht nach. Im Gegenteil, er beschleunigt sich.
Laut der globalen Ratingagentur Fitch werden die Immobilienpreise in Portugal im Jahr 2026 voraussichtlich um weitere 15 % steigen, nach einem bereits rekordverdächtigen Anstieg von 18 % im Jahr 2025.
Und es gibt keinerlei Anzeichen für eine Trendwende.
Warum die Preise immer weiter steigen
Fitch zufolge steht der Markt weiterhin unter starkem Druck durch drei mächtige Faktoren:
- Starke Nachfrage von portugiesischen Käufern
- Anhaltendes Interesse von ausländischen Investoren
- Stark begrenztes Wohnungsangebot
Juan Garcia, Senior Director bei Fitch, sagte während eines Webinars über Portugals wirtschaftliche Aussichten, dass das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage den Preisdruck aufrechterhalte.
„Wir erwarten keine Trendwende bei den Immobilienpreisen, da das Angebot begrenzt und die Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch international weiterhin stark ist.“
Ausländische Käufer – aus Europa und darüber hinaus – konkurrieren weiterhin mit einheimischen Familien um eine immer kleiner werdende Anzahl verfügbarer Immobilien.
Das wachsende Problem der Bezahlbarkeit
Während die Preise rasant steigen, halten die Löhne nicht Schritt.
Fitch warnt davor, dass der nominale Anstieg der Immobilienpreise das Einkommenswachstum übersteigt, was es für viele Portugiesen zunehmend schwieriger macht, Immobilien zu erwerben.
Kurz gesagt: Wohnraum wird immer weniger bezahlbar – und zwar auf rasante Weise.
Trotzdem rechnet Fitch nicht mit einer kurzfristigen Korrektur.
Und die Banken?
Zu den größten Sorgen in den schnell wachsenden Immobilienmärkten zählt die Finanzstabilität. Fitch zufolge ist der portugiesische Banksektor jedoch weiterhin gut geschützt.
Julien Grandjean, Direktor für Bankenratings bei Fitch, merkte Folgendes an:
- Die portugiesische Zentralbank setzt strenge Regeln für die Vergabe von Hypothekendarlehen durch.
- Neue Kredite beinhalten zunehmend feste und gemischte Zinssätze.
- Die Standards für die Kreditvergabe fügen dem System eine weitere Ebene der Vorsicht hinzu.
Dadurch wird das Risiko einer durch leichtsinnige Kreditaufnahme ausgelösten Immobilienblase verringert.
Was dies für Käufer und Investoren bedeutet
Sollte sich die Prognose von Fitch als richtig erweisen...
- könnten Käufer im Jahr 2026 mit noch höheren Einstiegspreisen konfrontiert werden
- könnten Anleger mit einem anhaltenden Kapitalzuwachs rechnen
- könnte sich der Mietdruck verstärken, da der Erwerb von Wohneigentum schwieriger wird
Da das Angebot weiterhin knapp und die ausländische Nachfrage robust ist, dürfte der portugiesische Immobilienmarkt ein weiteres Jahr starken Wachstums erleben.
Kennzahlen:
- ein Anstieg von 18 % der Immobilienpreise im Jahr 2025
- ein prognostizierter Anstieg von 15 % im Jahr 2026
- starke Nachfrage von inländischen und ausländischen Käufern
- ein begrenztes Angebot schränkt den Markt weiterhin ein





