Wer muss für Renovierungen und Reparaturen in Mietwohnungen in Portugal aufkommen?

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Henry & Co. / Unsplash
19 September 2019, Redaktion

Wenn Renovierungen oder kleine Reparaturen in der Mietwohnung anstehen, weil der Wasserhahn tropft oder der Durchlauferhitzer kaputt gegangen ist, stellt sich die Frage, wer für diese Kosten aufkommen muss: der Mieter oder der Vermieter?

Instandhaltungsmaßnahmen

Sofern nicht anders vereinbart, ist der Vermieter laut portugiesischem Gesetz für alle gesetzlich vorgeschriebenen Instandhaltungsmaßnahmen (ordentlich oder außerordentlich) verantwortlich oder muss den Mietvertrag beenden.

So müssen beispielsweise Reparaturen an der Elektroinstallation oder Undichtigkeiten – selbst wenn der Schaden durch Abnutzung oder die gewöhnliche Nutzung der Wohnung entstanden ist –, regelmäßige Überprüfungen von Heizungsanlagen oder Reparaturen an elektrischen Rollläden und Risse in den Wänden vom Vermieter durchgeführt und bezahlt werden.

Anders verhält es sich, wenn der Sachschaden durch unsachgemäße Nutzung des Mieters entsteht; dann muss der Mieter für die Reparatur aufkommen.

Möbel und Haushaltsgeräte

Wenn die Wohnung möbliert und mit Haushaltsgeräten ausgestattet gemietet wird, muss im Vertrag festgelegt werden, wer für die jeweilige Reparatur im Falle eines Ausfalls oder Schadens verantwortlich ist.

Das portugiesische Gesetz besagt, dass möblierte Wohnungen samt ihrem Mobiliar als ganze Mieteinheit angesehen werden, für die eine Gesamtmiete berechnet wird. So unterliegen die Möbel und Haushaltsgeräte den allgemeinen Bestimmungen und Grundsätzen des Mietvertrages. Da jedoch häufig Zweifel aufkommen, da nicht klar ist, ob die Schäden aufgrund normaler Abnutzung und unsachgemäßer Nutzung entstanden sind, sollten diese möglichen Situationen von Anfang geregelt werden, um zukünftige Probleme zu vermeiden.

Dringende Reparaturen

Der Mieter darf Renovierungs- oder Reparaturarbeiten an einem gemieteten Objekt nur dann ausführen, wenn der Vertrag dies so vorsieht oder wenn er eine schriftliche Genehmigung des Vermieters hat – oder in Fällen von dringenden Reparaturen, die der Vermieter nicht durchgeführt hat.

Hat der Vermieter die in seiner Zuständigkeit liegenden Reparaturen durchgeführt und sollten diese aufgrund ihrer Dringlichkeit nicht mit den Verzögerungen eines Gerichtsverfahrens vereinbar sein, so darf der Mieter diese Arbeiten durchführen und hat Anspruch auf Rückerstattung der dadurch entstandenen Kosten.

Recht auf Kostenrückerstattung

Die Ausführung der Arbeiten und das Recht auf Rückerstattung erfordern jedoch eine vorherige Mitteilung an den Vermieter über die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Arbeiten sowie eine Erinnerung daran, dass diese direkt vom Mieter durchgeführt werden, falls der Vermieter sie nicht ausführen wird.

In extremen Situationen, in denen die Dringlichkeit keinem Aufschub zulässt, kann der Mieter die Reparaturen direkt vornehmen, sofern er sie dem Vermieter im Moment der Durchführung der Arbeiten mitteilt.

Die portugiesischen Gerichte sind der Auffassung, dass in bestimmten Situationen, wenn der Vermieter die Arbeiten, zu denen er rechtlich verpflichtet ist, nicht durchführt und diese Reparaturmaßnahmen aber eine wesentliche Voraussetzung dafür sind, dass der Mieter in dem Objekt wohnen kann, kann der Mieter dies als Grund aufführen, um die Zahlung der Miete einzustellen.

*Dieser Artikel wurde von Paula Henriques Lourenço, Abteilung für Immobilienrecht, Belzuz Abogados S.L.P. - Niederlassung in Portugal, erstellt.

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